Vivy – Ist die digitale Gesundheits-App sinnvoll? Pro und Contra | tagesschau

Wann steht die nächste Impfung an, wann die nächste Vorsorgeuntersuchung? Millionen Krankenversicherte sollen von heute an ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten können.

Geht man zu einem neuen Arzt, hat der oft keine Einsicht in die Befunde. Eine neue Handy-App soll dies ändern. Von heute an sollen Versicherte ihre Gesundheitsdaten über die App “Vivy” abrufen können. In dieser digitalen Akte können zum Beispiel Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden. Dahinter stehen 13 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen mit 13,5 Millionen Versicherten. Das Angebot soll kostenlos sein.
Bündelung von vielen Infos

Die App erinnert zum Beispiel an Impftermine und Vorsorgeuntersuchungen. Ein Medikamentencheck soll mögliche Wechselwirkungen anzeigen, nachdem man den Code auf der Packung oder dem Medikationsplan eingescannt hat. Auch Überweisungen oder der Mutterpass könnten in der App gebündelt, Fitnesstracker mit ihr gekoppelt werden.
Gesundheitsapp Vivy auf Smartphone | Bildquelle: dpa
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Gesundheits-App speichert auch Röntgenbilder.

Die an der App “Vivy” beteiligten Versicherungen wollen ihre Kunden von heute an informieren. An den Start gehen die Allianz Private Krankenversicherung und die Barmenia. Auf Seiten der gesetzlichen Kassen starten außer der DAK-Gesundheit die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie mehrere Betriebskrankenkassen. “”Vivy” wird im Praxisalltag vieles einfacher machen, Doppeluntersuchungen vermeiden helfen und mehr Transparenz für Behandler und Patienten schaffen”, so der Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm.
Verantwortliche: “Daten sind sicher”

Die Daten der Nutzer seien sicher. Nur die Patienten würden über deren Verwendung entscheiden, betonen die Verantwortlichen. Die Versicherer, der beteiligte IT-Dienstleister Bitmarck oder die Vivy GmbH hätten keinen Zugriff darauf. Bei jeder Datenübertragung gebe es mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine Verschlüsselung, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Es sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen.

Mehr Informationen:
https://www.tagesschau.de/inland/gesundheits-app-101.html

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Comment (20)

  1. Die Frage ist viel zu theoretisch. Es gibt auch schon für den deutschen Patient & Arzt die App Vivy.
    Warum schaut ihr nicht wie sicher die App an sich ist.
    Ach ja, das ist ja gar nicht Sicher.
    Ihr schiebt die Schwachstelle auf Computer in der Arztpraxis, diese sind wahrscheinlich widerstandsfähiger als die App.
    Jeder mit bisschen Kenntnissen in Sachen IT kann Accounts entwenden.
    Gibt auch ein schönes Video auf YT wo 1 Stunde die Sicherheitslücken vorgestellt werden.

  2. Unübersichlicher Medikationsplan mit umständlicher Pflege, wöchentliche oder monatliche Medikamentengabe nicht erfassbar, Notfallausweis unvollständig (z.B. keine Organspende), immer noch heimliches Tracking (trotz Datenschutz-Shitstorm und SPIEGEL-ONLINE-Warnung). Dilettantische Umsetzung einer guten Idee, schade. Inzwischen antwortet der Support auch nicht mehr, etliche schon vor Wochen gemeldete Fehler sind weiterhin unbehoben. Die üble Gesamtbewertung im Google Play Store (2,6) spricht ja für sich.

  3. Wenn die Praxen automatisch ihre Patientenakten elektronisch an eine zentrale Stelle weiterleiten und der Arzt gerne Einsicht in diese Akten hätte, wie kann man dann als Patient noch verhindern, dass bestimmte sensible Informationen an den Arzt preisgegeben werden? Was wenn der Arzt bei jeder Untersuchung aktiv nach der App fragt, um seine Daten abzugleichen. Ein Zahnarzt muss doch z.B. nur über die Informationen verfügen, der er für seine Behandlung braucht. Hat man irgendwelche Krankheiten, deren Status man gerne verbergen möchte, hat man die Arschkarte gezogen. Oder male ich jetzt ein zu finsteres Bild? Wir sind schon gläsern genug, mit wenigen Informationen können Tech-Konzerne auf „Geheimnisse“ schließen, die man vor anderen lieber verbergen möchte. So wird Privatsphäre abgeschafft.

  4. Man stelle sich die umgekehrte Situation vor.
    Man käme auf die Idee plötzlich Papierakten einzuführen, die keine Abstimmung zw. den behandelnden Ärzten und Krankenhäuser zulässt plus der mangelnden Datensicherheit, da sie nur in Aktenschränken rumliegen. Will einen erleben der sagt: "super Idee".

  5. Ahjo, aber die Contra-Punkte gehen ja nicht gegen die digitale App selbst, sondern gegen schlechten Datenschutz. Vielleicht sollte man da mal nachhelfen 😉

  6. …und wie sicher ist die aktuell eingesetzte Papierakte? Eine Papierakte kann wesentlich einfacher gestohlen oder kopiert werden! Dann doch lieber digital, bei der die Sicherheitstandards schon von Haus aus deutlich höher sind.

  7. Ich finde, es bleibt am Ende jedem selbst überlassen und hängt davon davon ab wie man Ordnung hält in der Gesundheit. Wie oft finden sich Patienten im KH ohne Angehörige mit Betreuern wieder, wo es länger dauert, bis Befunde gefaxt werden etc. Das kann auch zu Problemen bei der Diagnosestellung führen, wenn auf einmal Vorerkrankungen nicht aufgeführt sind. Diese Probleme treffen in der Praxis besonders auf ältere Menschen zu oder chronisch kranken mit langen Fallakten. Hier fände ich so eine erweiterte Gesundheitskarte ab 55+ sehr hilfreich – Besonders für das Schnittstellenmanagement im hinblick auf eine geordnete und qualitativ hochwertige Behandlung/ Entlassung

  8. Was hat denn die mangelnde Sicherheit in Praxen und Krankenhäusern mit der App zu tun? Das spricht doch sogar eher dafür, die Daten zentral verschlüsselt beim Patienten zu sammeln und von Praxen etc. löschen zu lassen.

  9. Die Antwort liegt wohl irgendwo dazwischen. Vielleicht finden wir ja einen guten Kompromiss – ich hätte vielleicht noch die Krankenkassen und deren Zugriff auf die Daten thematisiert, sonst schöner Beitrag! 🙂

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